런웨이에 오른 £26짜리 코스튬 — Cover

£26-Kostüme auf dem Laufsteg bei Rottingdean Bazaar

Das britische Label Rottingdean Bazaar zeigte bei seiner SS19-Runway kein einziges von den Designern selbst entworfenes Stück.

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Das britische Label Rottingdean Bazaar zeigte bei seiner SS19-Runway kein einziges von den Designern selbst entworfenes Stück. Stattdessen liefen Kostüme aus Verleihgeschäften im ganzen Vereinigten Königreich genau so über den Laufsteg, wie sie waren. Models verwandelten sich in Weihnachtsbäume, Van Gogh, die Erde und Karotten und hielten „ZU VERMIETEN"-Schilder mit den Namen und Standorten der Geschäfte hoch. Die Kostüme stammten von Script to Screen in Cardiff und Worcester.

Die absurde Prozession könnte leicht als Spott abgetan werden, aber das würde den Punkt verfehlen. Diese Performance richtet sich gegen High-End-Marken ohne Kreativität und eine Modeindustrie, die in endlosen Kopierzyklen feststeckt. Rottingdean Bazaar hat seinen Sitz in Rottingdean, einem Küstendorf 48 Meilen von Zentral-London entfernt. Aus dieser Distanz – weder zu nah noch zu fern – beobachten die beiden Designer die Modewelt.

Die SS19-Kollektion trägt den Titel „Aus der Perspektive eines Beobachters". In der Praxis untersuchen sie die Widersprüche der Branche von außerhalb der Modehauptstadt. £26 teure Mietkostüme stehen auf dem Laufsteg neben Kollektionen im Wert von Tausenden von Pfund. Es ist eine Erklärung, dass Ideen, nicht Preisschilder, den Wert eines Kleidungsstücks bestimmen.

Rottingdean Bazaars Ansatz ist scharf und präzise. Wahres Avantgarde-Denken entsteht vielleicht am Rand, nicht im Zentrum. Das Auge eines Beobachters sieht mehr als das eines Teilnehmers. Sehen Sie diese Performance als Spott oder als Einsicht?