
Wir haben lange geglaubt, dass große Kunst aus Geistesblitzen entsteht. Doch der litauische Künstler Augustas Serapinas stellt diese Vorstellung auf den Kopf. Für ihn steht Kunst der Wiederholung näher als der Inspiration, der Disziplin näher als der Intuition. Genau wie Athleten ihre Körper aufbauen, indem sie dieselbe Bewegung tausende Male wiederholen, formen Künstler ihre Werke durch endlose Zyklen des Zeichnens, Schnitzelns, Machens und Scheiterns. Das ist der Kern seiner Philosophie.
Seine Installation übersetzt diese Idee in physischen Raum. Die Galerie ist gefüllt mit Bankdrücken und Kraftgeräten, doch die Gewichtsscheiben bestehen nicht aus Stahl – es sind Gipsabgüsse und skulpturale Fragmente, die einst in Kunstschulen verwendet wurden. Was einst handwerkliche Formausbildung war, wird zu körperlichem Training; Kunsterziehung verwandelt sich in Krafttraining. Klassische Büsten und Abgüsse, traditionell Objekte der Kontemplation, werden nun zu Gewichten, die gestemmt werden, und lösen die Grenze zwischen kunsthistorischer Bildung und körperlichem Konditionstraining auf.
Serapinas argumentiert, dass auch Kreativität das Ergebnis dessen ist, was der Körper durch Wiederholung erinnert. Wichtiger als geniale Eingebung ist die Beharrlichkeit, jeden Tag im Atelier aufzutauchen, die Ausdauer, Scheitern zu ertragen, und die ‚Kraft', Form herauszuarbeiten. Seine Arbeit entmystifiziert Kunst, holt sie herunter aus dem Reich des Sakralen in das Terrain der trainierbaren Fähigkeit. Damit führt er die Figur des Künstlers zurück zu etwas Menschlicherem, Körperlicherem.
Seine Botschaft – dass auch Künstler ‚Muskeln' brauchen – ist vielleicht gar nicht metaphorisch gemeint, sondern buchstäbliche Wahrheit. Kreativität könnte nicht von Heureka-Momenten handeln, sondern von Wiederholung, nicht von Talent, sondern von Training, nicht von Inspiration, sondern von Muskelgedächtnis.
Seine Installation
Serapinas argumentiert, dass auch Kreativität das Ergebnis dessen ist, was der Körper durch Wiederholung erinnert. Wichtiger als geniale Eingebung ist die Beharrlichkeit, jeden Tag im Atelier aufzutauchen, die Ausdauer, Scheitern zu ertragen, und die ‚Kraft', Form herauszuarbeiten. Seine Arbeit entmystifiziert Kunst, holt sie herunter aus dem Reich des Sakralen in das Terrain der trainierbaren Fähigkeit. Damit führt er die Figur des Künstlers zurück zu etwas Menschlicherem, Körperlicherem.
Seine Botschaft – dass auch Künstler ‚Muskeln' brauchen – ist vielleicht gar nicht metaphorisch gemeint, sondern buchstäbliche Wahrheit. Kreativität könnte nicht von Heureka-Momenten handeln, sondern von Wiederholung, nicht von Talent, sondern von Training, nicht von Inspiration, sondern von Muskelgedächtnis.







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